Zukunft des Lernens – Was kann ich heute tun und wer hilft mir dabei? #opco11

Bildung im Umbruch Warnschild

Achtung! Bildung befindet sich im Umbruch.

Im OpenCourse – Zukunft des Lernens steht in dieser Woche das Thema “Nicht ohne meine Community! Social & Networked Learning” auf der Agenda, nachdem wir uns zum Auftakt gefragt haben “Warum sich etwas verändern muss. Lern- und Bildungsvisionen“.

In diesem Beitrag möchte ich die beiden Wochenthemen aufgreifen und aus der Sicht eines Lehrers fragen, was kann ich heute schon tun und wer hilft mir dabei?

Was kann ich heute tun?

Die Fragestellung der ersten Woche stellt bereits klar, dass Änderungen im Bildungssystem unumgänglich sind. Als Mitarbeiter in diesem Bildungssystem an einer Berufsschule ist mir daran gelegen, Schule in Zeiten des Umbruchs weiterzuentwickeln und so fit für die Zukunft zu machen. Ich halte es für einen ersten Schritt, sich selbst zur Zukunft des Lernens zu verorten und z. B. die folgenden Fragen zu beantworten. Wenn die Antwort auf eine Frage ja lautet, so ist zu erläutern, wie die Umsetzung erfolgt und woran erkennbar ist, dass das Ziel erreicht ist bzw. eine Verbesserung in diese Richtung erzielt wurde.

  • Möchte ich, dass ein Schüler selbst entscheidet (beraten durch eine Lehrkraft), welche Kompetenzen er z. B. in dieser Woche erwerben möchte, wenn er am Montag in die Schule kommt?
  • Möchte ich, dass ein Schüler mit seiner persönlichen Lerngeschwindigkeit lernt?
  • Möchte ich erfassen, welche Kompetenzen ein Schüler mitbringt?
  • Möchte ich visualisieren, welchen Lernzuwachs ein Schüler hat?
  • Möchte ich erreichen, dass ein Schüler stolz auf seine Lernprodukte ist?
  • Möchte ich einräumen, dass ein Schüler entscheiden kann, von welchem Lehrer er unterrichtet wird?

All diese Fragen sind sehr eng mit dem Menschenbild verknüpft, dass ich als Lehrer von meinen Schülern habe. Die Fragen denken Unterricht vom Schüler her und formulieren, was für ihn aus Sicht eines Lehrers wünschenswert ist. Ich beantworte für mich alle diese Fragen mit ja und versuche in meiner Arbeit, Raum hierfür zu schaffen und den damit verbundenen Zielen gerecht zu werden. Mit dieser Haltung trete ich Schülern gegenüber, um mit ihnen über Lernen zu sprechen.

Wer hilft mir dabei?

Als einzelner Lehrer kann ich allein auf mich gestellt bestimmt auf einige der zuvor genannten Ziele hinarbeiten. Deutliche Fortschritte lassen sich erreichen, wenn ich andere Lehrkräfte in meinem Team für diese Ziele gewinnen kann und vielleicht sogar im ganzen Lehrerteam einer Lerngruppe gemeinsam gesteckte Ziele verfolge. Daher beginnt für mich die Community vor allem im eigenen Lehrerteam. Als Lehrer unterstütze ich z. B. in einer Woche einen Schüler fachlich, der sich für eine Lerngelegenheit entschieden hat, die in meinen Fachbereich fällt und bringe mich als Lernbegleiter ein, wenn ein Schüler sich für eine Lernaufgabe bei einer anderen Lehrkraft entschieden hat.

Lernen muss jeder für sich. Bei aller Notwendigkeit für ein soziales Eingebettet sein, wird sich daran nichts ändern. In einer Klasse gleichen sich keine 2 Schüler. Jeder muss seinen individuellen Lernweg beschreiten können. Max Woodtli verglich auf der diesjährigen MoodleMoot in Elmshorn Lernen mit einer Reise, auf der die Route ständig neu berechnet wird.

Das Betreiben von Schulentwicklung aus der Unterrichtsentwicklung heraus geleitet von Zielen, die aus der Perspektive formuliert sind, was für einen Schüler wünschenswert ist, ist der Kompass, der uns in diesem Umbruch Orientierung gibt.

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Massiv, offen und online lernen, das verspricht ein MOOC (Massive Open Online Course)

Das Internet hält einen unerschöpflichen Vorrat an Lerngelegenheiten bereit und ermöglicht es gleichzeitig Gleichgesinnten, sich zu vernetzen. Die Frage ist, mit welchen Strategien ein Lernender diesen Schatz heben kann. Im klassischen Bildungssystem standen einem Lernenden Bücher zum Selbststudium zur Verfügung oder er entschloss sich, eine Bildungseinrichtung aufzusuchen, die einen Bildungsgang oder Kurs zu einem Thema anbot, das für ihn von Bedeutung war. Ein MOOC (sprich [Muhk]) versucht dieses Konzept auf eine zeitgemäße Stufe zu heben, die die Möglichkeiten der neuen Medien mit einbezieht. So können sich die Lernenden unabhängig von Ort und Zeit über die begrenzende Enge eines Klassenzimmers hinaus in einem Onlinekurs zusammenfinden und einen gemeinsamen Lernprozess durchlaufen. Diese Anforderungen helfen den Lernenden, sich auf die Herausforderung des lebensbegleitenden Lernens vorzubereiten.

Die eingebettete Prezi fasst zusammen, was ein MOOC ist, wie er abläuft und wie man sich darin erfolgreich einbringt.

 

 

Im OpenCourse “Zukunft des Lernens”, der von der zentralen e-learning Einrichtung studium digitale der Uni Frankfurt durchgeführt wird, findet ein solcher MOOC vom 02.05-17.07.2011 statt. Auf Twitter kann dem OpenCourse über das Hastag #opco11 gefolgt werden.

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