OER und was dann? – Ein Betriebssystem für das Lernen

In der letzten Zeit nimmt die Diskussion um Open Educational Resources (OER) im Netz wieder zu, siehe z. B. herrlarbig.de. Seiten wie oercommons.org bieten bereits eine Vielzahl von freien Bildungsmedien an. Ich halte es für selbstverständlich, dass Bildungsmedien, die z. B. in staatlichen Einrichtungen wie Schulen und Universitäten entstanden sind, frei zugänglich gemacht werden. Das Linzenzmodell von Creative Commons ist ein geeignetes Mittel, um Rechtssicherheit für die Nutzung zu schaffen.

Die eigentliche Frage für mich ist dabei nicht das Für und Wider der Bereitstellung, sondern die Frage der Organisation und des Zusammenführens all dieser Quellen. Im Sinne von Gunter Dueck also die Frage nach den Betriebssystemstandards für OER bzw. besser für das Lernen.

Das Plus für OER

Das nötige Plus für OER ist ein Betriebssystem für das Lernen.

In der Abbildung sind einige dieser Zusätze dargestellt, die ein Betriebssystem ermöglichen muss. Ein Plus muss sicherlich neben der Bereitstellung von Bildungsmedien die Vernetzung dieser Medien sein. Im Sinne eines einheitlichen Betriebssystems, das diese Ressourcen aufnimmt, halte ich eine aussagekräftige Bezeichnung und standardisierte Aufbereitung der Inhalte für zwingend notwendig.

Das Betriebssystem würde sicherstellen, dass alle Kompetenzen, die in einem Bereich erworben wurden, in einem zentralen Katalog zusammengestellt sind. Es würde einem verfügbaren Bildungsmedium Kompetenzen zuordnen, die möglicherweise mit ihm erworben werden können. Es unterstützt einen Lernenden, Ziele zu formulieren, die für ihn bedeutsam sind. Über das Betriebssystem lassen sich Entwicklungen hin zu einer konsequenten Kompetenzorientierung und Individualisierung von Lernprozessen zentral steuern. Jeder einzelne Lernweg wird sichtbar gemacht und gegebenenfalls durch eine Resonanz verstärkt und hervorgehoben. So lässt sich ein Ausgleich schaffen zwischen dem Setzen von Vorgaben von oben (z. B. von Kultusbehörden) und der Mitgestaltung des Einzelnen von unten her.

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